Taufe

Taufe in unserer Gemeinde

Taufen sind in unserer Kirchengemeinde an jedem Sonntag möglich!

Kreuz-Kirche, Hammer Str. 134 Katharina-Luther-Centrum, Südgeist Auferstehungskirche, Uphofstraße 36
1. und 3. Sonntag im Monat um 09:30 Uhr 2. und 4. Sonntag im Monat um 10:45 Uhr 2. und 4. Sonntag im Monat um 09:30 Uhr

Hilfen zur Taufe

Taufbecken Auferstehungskirche

Auf dem Weg zur Erneuerung der Taufpraxis
Berliner Tauf-Thesen

Auf dem Kirchentag 1989 in Berlin formulierte das "Forum Taufe" folgenden Gedanken zur Bedeutung der Taufe. Ich finde diese sehr lesenswert:

Das Sakrament der Annahme...

I. DIE TAUFE: DAS SAKRAMENT DER RETTUNG IN EINER BEDROHTEN WELT
...
Für die ersten Christen war die Taufe das Sakrament der Rettung vor dem nahen Gericht. Dieser endzeitliche Bezug der Taufe war lange Zeit eher befremdlich, heute rückt er uns wieder sehr nahe. Denn wir erfahren täglich, daß das Leben bedroht ist.
Wir feiern die Taufe als Zusage des neuen Lebens in einer von Selbstzerstörung bedrohten Welt. Und wir lernen, daß die Taufe wie das Bekenntnis zu Christus zwei Seiten hat. Sie ist Zuspruch und Absage, Ja und Nein, sie ist Geschenk und Verpflichtung zugleich.

1. DIE TAUFE IST DAS SAKRAMENT DER BEFREIUNG AUS DEM BANN DES BÖSEN
Die Taufe schenkt einen neuen Anfang, wo wir keine Wege mehr sehen.
Um dem in unseren Tauffeiern zeichenhaft Gestalt zu geben, wollen wir
- im Schuldbekenntnis benennen, wo Sünde konkret wird, wo wir verstrickt sind in selbstverschuldete Zwänge, wo wir teilnehmen an der Unterdrückung anderer,
- Gott danken für die Befreiung aus Angst und Schuld, die er verheißt und die wir erfahren haben.
- Wir wollen daran arbeiten, die alten Elemente der Taufliturgie wiederzugewinnen und neu mit Leben zu füllen: Die Bezeichnung mit dem Kreuz, die Befreiung von den Mächten und die Absage an das Böse.

2. DIE TAUFE IST DAS SAKRAMENT DER NEUEN SCHÖPFUNG
Das Wasser ist Urelement des Lebens, der Geist die Gabe der neuen Schöpfung, die in Christus anbricht und die alte Welt verwandeln will. In der Taufe erfahren wir uns als Teil der Schöpfung. Wir loben Gott mit unserer Schwester, dem Wasser. Wir hoffen auf die Erlösung, wir werden aufgenommen in den Bund des Friedens. Gegen die rücksichtslose Ausbeutung der Natur, gegen die Verseuchung des Wassers und Verschmutzung der Umwelt, an der wir mitbeteiligt sind, mahnt uns die Taufe, Anwälte des Lebens zu werden und zur Ehrfurcht vor dem Leben zurückzufinden. Um dem in unseren Tauffeiern Gestalt zu geben, wollen wir
- dem Schöpfungslob im Taufgottesdienst Raum geben,
- in Gebeten und Lesungen die biblischen Zusammenhänge zwischen Schöpfung, Befreiung und Erlösung stärker einbeziehen,
- mit Wasser nicht sparen, die symbolischen Vollzüge und leiblichen Gesten der Taufhandlung reicher entfalten.

3. DIE TAUFE IST DAS SAKRAMENT DER ANNAHME
„Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter!" Gegen die Angst, nicht geliebt zu werden, gegen die gesellschaftliche Erfahrung, ersetzbar und überflüssig zu sein, stellt Gott sein Versprechen: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir!" Das Leben jedes einzelnen Geschöpfes Gottes hat unendlichen Wert und steht unter seinem Schutz.

Um dem in unseren Tauffeiern und im Alltag Gestalt zu geben, wollen wir
- die Taufsprüche persönlich auswählen und darauf achten, daß unser Taufspruch uns auf dem Weg begleitet,
- ein Namensbuch anlegen, in dem wir Namen, Taufspruch und unsere Wünsche für die Täuflinge eintragen
- die einzelnen und ihre Familien im Taufgottesdienst segnen,
- dazu anleiten, Tauftage zu feiern.

4. DIE TAUFE IST DAS SAKRAMENT DER GEMEINSCHAFT
Die Taufe gliedert uns ein in den Zusammenhang des Volkes Gottes. Sie gibt uns Schwestern und Brüder und läßt uns nicht allein. Sie begründet die Mitgliedschaft in der christlichen Gemeinde. Gegen alle Arten von Apartheid setzt Gott die Solidarität seiner Kinder. Aus der Gleichheit von Gott folgt der Kampf um die Menschenrechte und für die Gleichberechtigung, gegen den täglichen Rassismus und für eine gerechte und barmherzige Welt.
Um dem in unseren Tauffeiern und in unserer Gemeindepraxis gerecht zu werden, wollen wir
- die aktive Beteiligung vieler an der Gestaltung des Taufgottesdienstes ermöglichen,
- in der Sprache unserer Gottesdienste Frauen und Männer in gleicher Weise vorkommen lassen,
- Fürbitte halten für alle Glieder der Gemeinde
- Ausgrenzungen widerstehen und Gemeinde erfahrbar machen als Gemeinschaft der verschiedenen Begabungen, in der wir Leid und Freude, Stärke und Schwächen teilen.
- den Paten der Familien auch Paten aus der Gemeinde zur Seite stellen.

5. DIE TAUFE IST DAS SAKRAMENT DER CHRISTLICHEN EINHEIT
Die Taufe schließt uns mit allen Christen zusammen.
Sie läßt uns Grenzen überschreiten, sie weitet unseren beschränkten Horizont und verbindet uns mit den Geschwistern in der Ökumene. Gegen alle Tendenzen, die Grenzen zwischen den Konfessionen wieder fester zu schließen, wollen wir an der Überwindung der Spaltung arbeiten. Die Erinnerung an die Taufe stärkt unseren Einsatz für die Einheit des Leibes Christi.
Um dem bei unseren Tauffeiern zeichenhaft Gestalt zu geben, wollen wir
- Elemente aus den gottesdienstlichen Traditionen anderer Kirchen aufnehmen und die ökumenische Gemeinsamkeit in der Taufliturgie stärken,
- Partnerschaftsbeziehungen zu den Christen in der Dritten Welt zeichenhaft bewußt machen (z. B. durch Kollekten).

aus: Hg: Cornehl, Peter, Vorbereitungsteam für das "Forum Taufe" auf dem 23. DEKT in Berlin 1989, in: Lernort Gemeinde 3/1989, S. 33-36 (Hg.: Ev. Zentrum Rissen, Iserbarg 1, 22559 Hamburg)

Hier erfahren Sie einiges über die Taufe im Bezirk Uphof...